Rwa Bhineda ist das balinesische Prinzip der Dualität: der Glaube, dass die Welt aus einander ergänzenden Gegensätzen besteht, etwa Gut und Böse, Tag und Nacht, Leben und Tod, Berge und Meer. Statt eine Seite beseitigen zu wollen, strebt die balinesische Religion danach, beide im Gleichgewicht zu halten. Es ist eine der wichtigsten Vorstellungen, um zu verstehen, warum Opfergaben sowohl an Götter als auch an Dämonen gehen.
Sichtbar wird dieser Gedanke im Poleng, dem schwarz-weiß karierten Tuch, das man überall auf der Insel sieht. Die weißen und die schwarzen Felder stehen für gegensätzliche Kräfte, die nebeneinander bestehen, und ihr Muster wird oft mit Yin und Yang verglichen. Abwandlungen fügen eine dritte Farbe hinzu: Sudhamala enthält Grau und steht für die Vermischung der Gegensätze, Tridatu ergänzt Rot. Poleng kennzeichnet etwas als heilig oder von spiritueller Kraft erfüllt.
Hat man Poleng erst einmal bemerkt, sieht man es überall: um mächtige Banyanbäume gewickelt, um Wächterstatuen an Tempeltoren gebunden, über Schreine gelegt und von manchen Heilern und Puppenspielern getragen. Ein Tuch um einen Baum zeigt an, dass er als lebendige, kraftvolle Präsenz verehrt wird, und hält davon ab, ihn zu fällen. Das Muster ist inzwischen auch ein beliebtes Souvenirdesign, doch seine Bedeutung bleibt religiös.
Höhepunkte
- Karierte Tücher um Banyanbäume
- Wächterstatuen in Poleng gekleidet
- Die Varianten Sudhamala und Tridatu
- Opfergaben für Götter wie für niedere Geister
Gut zu wissen
- Betrachten Sie jeden mit Poleng umwickelten Baum und jede solche Statue als Teil eines heiligen Ortes.
- Poleng-Sarongs vom Markt können Sie gern kaufen, tragen Sie sie aber nicht als Strandkleidung.

Bali: Culture, Tradition & Religion
Opfergaben, Zeremonien, Tempel und Glaubensvorstellungen: 100 kurze Kapitel darüber, was die balinesische Kultur von allem anderen unterscheidet.